Seenotrettung in 2022

SOS Médtiterranée ist eine europäische, maritime und humanitäre Organisation zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer. Sie wurde von Bürgerinnen und Bürgern im Mai 2015 gegründet – in Reaktion auf das Sterben im Mittelmeer und die Untätigkeit der Europäischen Union, diesem ein Ende zu setzen.Tutzing hilft im Mittelmeer hat SOS MEDITERRANEE 2021 mit EUR 24.160 unterstützt. Diese Spende wurde von der Stadt München noch verdoppelt. Die Betriebskosten betragen pro Tag ca. 14.000 EUR. 

Solange keine europäische Einigung in Sicht ist, wie Fliehende ihre Asylanträge nahe bei ihren Heimatländern stellen können, muss Seenotrettung weitergehen. Denn Flucht, Misshandlung, Push-Backs nach Lybien und Tod durch Ertrinken werden auf der Tagesordnung bleiben. Wir können nicht alle retten. Doch untätig zu bleiben ist keine Option für uns.

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Seit 2016 wurden vor allem in Italien Maßnahmen ergriffen, die Seenotrettung drastisch zu erschweren. In der Folgen erhöhte sich das Risiko, zu ertrinken enorm. In 2015 verzeichnete man einen Ertrinkenden pro 53 Ankünfte in Europa. In 2019 war es ein Ertrinkender pro 13 Ankünfte. Das Todesrisiko hat sich demnach mehr als vervierfacht. 

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Die Boote, in denen schutzsuchende Menschen von Libyen in Richtung Europa ablegen, sind in der Regel nicht hochseetauglich, gefährlich überbelegt und nicht mit Rettungsmitteln ausgestattet. Die Menschen an Bord befinden sich ab dem Zeitpunkt, an dem das Schiff die Küste verlässt, in Seenot.